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Angela Biedermann  |  Hamburg

El Cachafaz mit Carmencita Calderón

  El Cachafaz mit Carmencita Calderón


Tango in Paris (1913) und Berlin (1920)


Tango in Hamburg in den 80ern


Tango im La Yumba in den 90ern


Angela Biedermann & Rudolf Gutzmann


La Yumba Saal

           La Yumba - großer Saal     Foto: Mathias Bertrand

    (Aussehen bis 2013)                         

Tango Argentino: Historie

Der Argentinische Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Rotlichtvierteln von Buenos Aires und war daher in den "besseren" Kreisen nicht besonders angesehen. Erst als das erste Tangofieber Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa ausbrach, wurde er auch in Buenos Aires salonfähig und erlebte dort seine erste Blütezeit, die bis in die 50er Jahre dauerte. Aus dieser Zeit stammen auch die Tonaufnahmen, die von den klassisch orientierten DJs heute noch auf den Milongas (= Tango-Tanzveranstaltungen) vorwiegend aufgelegt werden. Einer der berühmtesten Tangotänzer damals in Buenos Aires war "El Cachafaz" (1878-1942).


Ab Ende der 50er Jahre wurde der Tango mehr und mehr durch die Popmusik verdrängt und fast schon totgesagt, bevor er in den 1980er Jahren ein zweites Mal nach Europa "exportiert" wurde und damit seine zweite Blütezeit begann, die bis heute andauert.


Eine gute Übersicht zur Musikgeschichte des Tangos findet man z.B. in der Diplomarbeit (2003) von Christian Wernicke.


Tangotanzen Mitte der 80er Jahre in Hamburg

Die Hamburger Tangoszene wurde geboren durch die Tangoleidenschaft von Marie-Paule Renaud und Rudolf Gutzmann, die beide jeweils ihre eigene Tangoschule eröffneten.


Eine Freundin erzählte mir damals, dass sie einen Tangokurs angefangen hätte - das wollte ich mir doch mal angucken! So kam ich 1986 das erste Mal ins "Tango Exil", wo Rudolf Gutzmann mit seiner Freundin Sabine Rohde unterrichtete. Und ich konnte gleich mitmachen, da ein Mann gerade keine Partnerin hatte: Wolfgang Liebermann - einer der besten Tänzer damals, wie sich bald herausstellte. Doppeltes Glück, denn auch schon damals herrschte Männermangel in der Tangoszene. Ab da war für die nächsten Jahre Dienstag abends Tango angesagt.


Die Szene war noch klein, Jeder kannte Jeden und Freitag abends war immer Milonga im "Exil", wo sich alle trafen. Der Musikmix war atemberaubend, viel Piazzolla, viel Drama, keine Cortinas, gerne die neuesten Sprünge und Legefiguren. Ungebändigte Leidenschaft und noch sehr vom Showtanz geprägt, über den ja die neue Bekanntschaft entstanden ist. Man machte sich schick, geschlitzte Röcke, Glitzerseidenstrümpfe, Hüte, Gel im Haar... nur mit den richtigen Schuhen haperte es noch etwas. "Echte" argentinische Schuhe gab's noch nicht in Hamburg zu kaufen, das Internet auch nicht - es musste eben so geh'n, mit irgendwelchen anderen Tanzschuhen.


Rudolf und Sabine luden oft Gastlehrer aus Buenos Aires ein (Antonio Todaro, Gustavo Naveira,  Pepito Avellaneda, Eduardo Arquimbeau), die uns mit aufregend komplizierten Kombinationen, aber auch alten Milonguerokniffen fütterten.


Als mein Tanzpartner Wolfgang 1993 aus Hamburg fortging, dachte ich, nun wäre es wohl genug mit Tango.  Doch da kam Rudolf und fragte, ob ich mit ihm unterrichten wolle (Sabine hatte Alejandro Sanguinetti aus Buenos Aires mitgebracht und ging nun eigene Wege). Das hörte sich aufregend an und da mein Berufsleben sich sowieso gerade massiv veränderte, sagte ich sofort zu.

Dies war ein großer Wendepunkt in meinem Leben, denn ohne es sofort zu merken, verschluckte mich der Tango langsam aber sicher mit Haut und Haar.

Neben dem Tangounterricht kam nun auch der Showtanz in mein Leben und damit viele interessante Begegnungen.


... und im Tanzstudio La Yumba

1994 verließ Rudolf das "Tango Exil" (weitergeführt als "Tango Azul" von Sabine Rohde, später übernommen als "Universo Tango" von Alejandro Sanguinetti und José Gordobil) und eröffnete sein neues Tanzstudio "La Yumba", in das er als weiteren Tangolehrer Ulli Barth holte. Tango auf Schwingparkett - eine ganz neue Tanzerfahrung in Hamburg! Auch argentinische Lehrerinnen, wie Amira Campora und Teresa Brandon unterrichteten zeitweilig mit. Nach und nach waren inzwischen immer mehr Begeisterte nach Buenos Aires gefahren und wir waren mit dem wirklichen Tango in Berührung gekommen: dem Tango, wie er in den Salons getanzt wird, wo es nicht um Show und Schein geht, sondern um Fühlen und miteinander Sein. Der Unterricht hatte sich dementsprechend stark verändert, beeinflusst auch sehr von Gustavo Naveira, der als einer der Ersten begann, die Struktur des Tangos zu analysieren. Nach der Jahrtausendwende kam Ivano Bertazzo ins Team, der mein zweiter Tanzpartner wurde.


Neben dem La Yumba öffneten nun nach und nach in Hamburg viele weitere Locations, wo Tango getanzt und gelehrt wird (siehe den Hamburger Tangokalender).


2008 war ein Schicksalsjahr für das La Yumba: Rudolf hörte aus gesundheitlichen Gründen auf und übergab das Studio an das neue Inhaberteam Ivano Bertazzo, Angela Biedermann und Kay Schmidt.

Anfang 2013 schied ich aus dem Inhaberteam aus (nicht jedoch als Tangolehrerin) und übergab den Staffelstab an Dorothee Rudel.

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